Montag, 12. Oktober 2015

Herbstromantik

Ach wie hältst du dich mein Blättchen,
Rot und gelb und braun im Wind.
Siehst wie deine Ebenbilder,
Fort vom gleichen Stengel sind.

Legst dich in des Herbstens Kühle,
Die dich wohl umschlingen will.
Längst vorbei des Sommers Schwüle,
Und der Sonne samtenes Streicheln still.

Unsichtbar und doch ganz feine,
alter Weiber Fäden zart,
spinnen dir mit Hauche reine,
einen Halt, der noch gewahrt.

Schwerer Tau auf deinen schwachen
Fasern, die benetzet schimmern feucht,
Dass ein freudig strahlend Lachen,
Regenbogenfarben leucht.

Trägst das Jahr mit Würde welk,
Bis du sinkst mit Stolz hernieder.
Wind ach Wind im Baumgebälk,
Alle Jahre zwingst du's wieder.

Schweb, ich seh dein Taumeln wohl,
Noch ein Winken, Blättlein geh,
Machts mich doch im Herzen froh,
Weiß, dass ich dich wiederseh' .

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